Weststrecke Linz–Wels: Neue A25-Brücke geprüft, fünf Kilometer Gleis in drei Tagen
Die dritte neue Eisenbahnbrücke über die A25 hat die Probebelastung hinter sich, der Schnellumbauzug SUZ 500 hat zwischen Marchtrenk und Wels knapp fünf Kilometer Gleis verlegt. Ab Dezember 2026 sollen die neuen Gleise befahren werden.
(Linz/Wels, 02. November 2026) – Vier Gleise schaffen mehr als zwei: Zug um Zug bauen die ÖBB die Weststrecke zwischen Linz und Wels viergleisig aus. Damit entsteht mehr Platz auf der Schiene und die Voraussetzung für ein künftig noch besseres Bahnangebot. Nun erreicht das Projekt zwei weitere wichtige Meilensteine: Die dritte neue Eisenbahnbrücke über die A25 wurde einer umfassenden Probebelastung unterzogen und zwischen Marchtrenk und Wels wurden knapp fünf Kilometer neue Gleise verlegt. Bereits ab Dezember 2026 sollen die neuen Gleise befahren werden können.
480 Tonnen als Bewährungsprobe
Am 31. Oktober 2026 wurde die rund 3.500 Tonnen schwere Stabbogenbrücke über die A25 auf Herz und Nieren geprüft. Dafür wurden bis zu sechs ÖBB-Lokomotiven mit einem Gewicht von jeweils rund 80 Tonnen gleichzeitig auf der Brücke positioniert. Fachleute erfassten dabei sämtliche relevanten Messdaten, um selbst kleinste Verformungen des Tragwerks festzustellen und mit den zuvor berechneten Werten zu vergleichen. Die neue, rund 93 Meter lange Brücke bildet den abschließenden Teil des umfangreichen Brückenprojekts über die A25.

Spezial-Bauzug der Superlative
Auch beim Gleisbau geht es zügig voran: Der rund 500 Meter lange Schnellumbauzug SUZ 500 war erfolgreich zwischen Marchtrenk und Wels im Einsatz. Dabei arbeitete sich die Maschine im Schritttempo von Wels in Richtung Marchtrenk vor und verlegte bis zu 175 Meter Gleis pro Stunde. In nur drei Tagen wurden so knapp fünf Kilometer neue Gleise verlegt.
Das Besondere daran: Der Schnellumbauzug erledigt mehrere Arbeitsschritte direkt hintereinander. Schwellen und Schienen werden innerhalb des Bauzugs transportiert und anschließend direkt zum neuen Gleis zusammengefügt.

Innovative Bauverfahren reduzieren Sperrzeiten
Durch innovative Bauverfahren, wie das Vorfertigen und anschließende Einschieben von Brücken oder den Einsatz moderner Gleisbaumaschinen, können Bauabläufe erheblich beschleunigt und Sperrzeiten für den Zugverkehr auf ein Minimum reduziert werden. So wurde die neue Eisenbahnbrücke über die A25 zunächst abseits der Bahnstrecke vormontiert und anschließend millimetergenau in ihre endgültige Position verschoben. Dadurch konnte die Brücke ohne Sperre der Weststrecke und ohne Schienenersatzverkehr errichtet werden. Eine Win-win-Situation für den Bahnausbau und die Reisenden.

Viergleisiger Ausbau bringt mehr Platz auf der Schiene
Die Weststrecke ist die Hauptschlagader des österreichischen Bahnverkehrs. Gerade zwischen Linz und Wels stößt das bestehende zweigleisige System zunehmend an seine Grenzen. Mit vier statt zwei Gleisen entsteht künftig deutlich mehr Kapazität. Züge können flexibler geführt, unterschiedliche Geschwindigkeiten besser aufeinander abgestimmt und zusätzliche Verbindungen ermöglicht werden.
Entlang des rund 24 Kilometer langen Ausbauabschnitts laufen die Arbeiten auf Hochtouren. Trotz steigenden Bahnverkehrs und einer Reduzierung der ursprünglich geplanten Bauzeit bleibt der Bahnausbau auf den Tag genau im Zeitplan. Für die Reisenden bedeutet das: weniger Einschränkungen während der Bauarbeiten und langfristig mehr Verbindungen sowie einen stabileren und zuverlässigeren Bahnverkehr.