ÖBB 4736 110 Cityjet Doppelstock als CJX9
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ÖBB 4734/4736: Der neue Cityjet Doppelstock für die Ostregion

Der doppelstöckige Stadler-KISS der Baureihen 4734 und 4736 fährt seit Juni 2026 als Cityjet in der Ostregion und bringt deutlich mehr Kapazität auf die Pendlerachsen.

Der Cityjet Doppelstock für die Ostregion

Mit den Baureihen 4734 und 4736 bekommen die ÖBB eine neue Generation doppelstöckiger Nahverkehrstriebzüge. Gebaut werden sie von Stadler Rail auf der Plattform KISS 160 und laufen unter der Marke Cityjet. Seit Juni 2026 sind sie im Fahrgasteinsatz in der Ostregion unterwegs.

Die vierteilige Reihe 4734 und die sechsteilige Reihe 4736 ersetzen schrittweise ältere Doppelstockwagenzüge und sollen Engpässe auf stark belasteten Pendlerstrecken entschärfen. Mit rund 371 Sitzplätzen in der kurzen und rund 591 in der langen Variante bringen sie deutlich mehr Kapazität als die bisherigen Cityjet-Eintöcker. Niederflurige Einstiege, große Mehrzweckbereiche und die für S-Bahn und Regionalverkehr ausgelegte Beschleunigung machen die Züge für dichte Takte ebenso geeignet wie für längere REX- und CJX-Läufe.

ÖBB 4734 auf der Stadlauer Ostbahnbrücke
ÖBB 4734 auf der Stadlauer Ostbahnbrücke. Foto: Linie29 / Wikimedia Commons (CC BY 4.0)

Entwicklung und Beschaffung

Grundlage ist ein Rahmenvertrag der ÖBB-Personenverkehr mit Stadler über bis zu 186 Doppelstocktriebzüge, der 2022 rechtskräftig wurde. Der erste Abruf im April 2022 umfasste 21 vierteilige und 20 sechsteilige Cityjet-Garnituren für die Ostregion. Im Juli 2023 folgten weitere 21 Vierteiler für den Nahverkehr, im August 2024 noch einmal 47 Vierteiler. Damit stehen derzeit 89 Einheiten der Reihe 4734 und 20 der Reihe 4736 bestellt, zusammen 109 Cityjet-Doppelstockzüge. Aus demselben Rahmenvertrag kommen außerdem Railjet- und CAT-Varianten der Baureihen 4706 und 4705.

Die ÖBB nennen ein Investitionsvolumen von rund 1,5 Milliarden Euro für die 109 Cityjet-Doppelstockzüge. Bis Ende 2026 sollen 45 Garnituren in der Ostregion im Einsatz sein. Die Auslieferung der zuletzt abgerufenen Vierteiler ist bis 2030 vorgesehen.

Technik

Beide Varianten haben angetriebene Endwagen und nicht angetriebene Mittelwagen.

Die Dauerleistung am Rad beträgt 4.000 kW, die maximale Leistung 4.800 kW beim Vier- und 5.200 kW beim Sechsteiler. Die Anfahrbeschleunigung liegt bei bis zu 1,1 m/s² (Vierwagenzug, betrieblich auf 0,95 m/s² begrenzt) bzw. 0,95 m/s² beim Sechsteiler. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 160 km/h. Die Fahrzeuge sind für 15 kV mit 16,7 Hz und 25 kV mit 50 Hz ausgelegt und verfügen über ETCS Baseline 3.6. Bis zu drei Garnituren können in Mehrfachtraktion verkehren.

Die Länge über Kupplung beträgt 106,94 m bzw. 159,86 m, die Dienstmasse laut ÖBB rund 224 t bzw. 322 t. Die Einstiegshöhe im Niederflurbereich liegt bei 440 mm. Jeder Wagen hat Mehrzweckzonen für Fahrräder, Kinderwagen und Gepäck. Die ÖBB geben bis zu 36 Fahrradstellplätze beim Vierteiler und bis zu 60 beim Sechsteiler an. Dazu kommen unter anderem Klimaautomatik, Steckdosen inklusive USB in jeder Sitzreihe, gratis WLAN sowie ein barrierefreies Universal-WC.

Mehrzweckbereich im Unterdeck eines ÖBB 4736
Mehrzweckbereich im Unterdeck der Reihe 4736. Foto: Zeikonaut / Wikimedia Commons (CC BY 4.0)
Treppenaufgang zwischen Unter- und Oberdeck im ÖBB 4736
Aufgang zwischen den Ebenen im Cityjet Doppelstock. Foto: Linie29 / Wikimedia Commons (CC BY-SA 4.0)

Einsatz bei den ÖBB

Die Regionalverkehrsvariante erhielt am 21. April 2026 die Zulassung für Österreich, Tschechien und die Slowakei. Am 6. Mai 2026 präsentierten die ÖBB einen Sechswagenzug mit einer Premierenfahrt von Wien Hauptbahnhof nach Wiener Neustadt. Der erste Fahrgasteinsatz folgte am 15. Juni 2026 auf der Linie CJX9 zwischen Wien Floridsdorf und Payerbach-Reichenau. Die vierteilige Reihe 4734 kam ab September 2026 hinzu.

Haupteinsatzgebiet ist die Nord-Süd-Achse in der Ostregion. Dazu zählen REX- und CJX-Verbindungen von Znojmo/Retz über die Nordwestbahn bzw. von Břeclav/Bernhardsthal über die Nordbahn und Wien weiter nach Wiener Neustadt sowie Payerbach-Reichenau. Die Züge sind für den Nahverkehr in Österreich und Deutschland sowie grenznahe Strecken in Tschechien, Ungarn und der Slowakei ausgelegt.

Quellen

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