ETCS Level 2 Only auf der Wiener Stammstrecke
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S-Bahn Wien: Erste Nahverkehrsstrecke Österreichs nur mit ETCS läuft stabil

Seit Anfang September fährt die S-Bahn zwischen Praterstern und Floridsdorf ausschließlich mit ETCS Level 2, ohne klassische Lichtsignale. Laut ÖBB ist die Pünktlichkeit seither deutlich gestiegen.

ETCS Level 2 Only auf der Wiener Stammstrecke. Foto: ÖBB/Herzog

Ein Meilenstein für das S-Bahn Wien Upgrade: Seit Anfang September ist der Nordabschnitt der Wiener Stammstrecke zwischen Wien Praterstern und Wien Floridsdorf mit dem digitalen Zugsicherungssystem ETCS Level 2 only in Betrieb. Damit kommt erstmals auf einer österreichischen Nahverkehrsstrecke ausschließlich das European Train Control System (ETCS) zum Einsatz. Die Fahrinformationen werden den Triebfahrzeugführern digital direkt in den Führerstand übertragen, klassische Lichtsignale werden für die Zugsteuerung nicht mehr benötigt.

Die ersten Erfahrungen zwischen Praterstern und Floridsdorf zeigen laut ÖBB, dass sich die Technik im täglichen Betrieb bewährt. Mit Abschluss des S-Bahn Upgrades Ende 2027 soll die komplette Stammstrecke auf ETCS umgestellt sein.

Moderne Infrastruktur trifft auf neue Züge

ETCS überwacht laufend, ob ein Zug die zulässige Geschwindigkeit und den erlaubten Fahrweg einhält. Gleichzeitig schafft das System die Voraussetzung, die vorhandene Infrastruktur effizienter zu nutzen und künftig dichtere Zugfolgen zu ermöglichen, gerade auf der stark beanspruchten Stammstrecke.

Parallel wird auch die Flotte erneuert: Auf der Stammstrecke sind unter anderem die neuen Cityjet Doppelstockzüge unterwegs. Damit sie sicher und zuverlässig mit ETCS fahren können, wurden sie bei intensiven Testfahrten auf Herz und Nieren geprüft.

Erste Bilanz: höhere Pünktlichkeit im Nordabschnitt

Für Fahrgäste arbeitet ETCS weitgehend unsichtbar im Hintergrund, spürbar ist vor allem das Ergebnis. Laut ÖBB funktioniert das System seit der Inbetriebnahme zuverlässig, die Pünktlichkeit im Nordabschnitt konnte in den vergangenen sechs Wochen deutlich gesteigert werden.

ETCS im ganzen Netz bis 2038

Neubaustrecken wie die Koralmbahn werden bereits heute ausschließlich mit ETCS Level 2 ausgerüstet. Schritt für Schritt soll das System bis 2038 im gesamten stark belasteten Streckennetz zum Einsatz kommen. Die Umsetzung wird von der EU unterstützt: Aus zwei Förderaufrufen der Connecting Europe Facility kommen insgesamt 94,3 Millionen Euro.

Südabschnitt weiter in Arbeit

Während ETCS zwischen Praterstern und Floridsdorf bereits im Regelbetrieb läuft, gehen die Modernisierungsarbeiten im Abschnitt Wien Hauptbahnhof/Wien St. Marx – Wien Praterstern weiter. Neben der Zugsicherung werden dort unter anderem Gleise sowie Bau- und Tragwerke erneuert und Bahnsteige verlängert. Ziel bis Ende 2027: mehr Sitzplatzkapazität, ein stabilerer Betrieb und eine leistungsfähige Infrastruktur für den Nahverkehr in Wien und der Ostregion.

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